Der Anfang
Die erhebliche Wohnungsnot nach dem ersten Weltkrieg veranlaßte die Finanzverwaltung, den Bau von Wohnungen für Steuer- und Zollbeamte durch Gewährung günstiger Darlehen anzuregen und zu erleichtern. So erfuhr der Zollbeamte Bluthardt, der Vorsitzende des Landesverbandes der Finanzbeamten Württemberg war, im Jahr 1921 vom zuständigen Referenten des Landesfinanzministerium, dass nennenswerte Mittel zur Schaffung von Wohnungen für Finanzbeamte zur Verfügung gestellt worden seien, sich aber das Landes-finanzamt mit dem Wohnungsbau selbst nicht befassen könne. Zollamtmann Bluthardt beriet sich daraufhin mit seinem Kollegen, Steueramtmann Buschle.Ihr Vorschlag, die bereitgestellten Mittel einer zu gründenden Baugenossenschaft der Finanzbeamten zu gewähren, fand die Zustimmung des Landesfinanzamts, mit dem auch die Schritte wegen der Durchführung der ersten Bauvorhaben erörtert werden konnten.
Dank dieser Vorarbeiten kam es bereits am 17.06.1921 bei der ersten, zu diesem Zweck einberufenen Versammlung von Steuer- und Zollbeamten in Stuttgart zur Gründung der »Landesbaugenossenschaft der Finanzbeamten in Württemberg und Hohenzollern e.G.m.b.H.«;
ihr Zweck war nach der Satzung darauf gerichtet, »auf gemeinnütziger Grundlage minderbemittelten Familien von Mitgliedern und alleinstehenden minderbemittelten Mitgliedern gesunde und zweckmäßig eingerichtete Wohnungen mit Nutzgarten
in selbst erbauten oder angekauften Häusern zu möglichst billigen Preisen« zu verschaffen.
Bereits wenige Monate später konnte mit dem Landesfinanzamt ein Vertrag über die Bestellung des Erbbaurechts an den Baugrundstücken Rotebühlstraße 140/142, Seyfferstraße 31/33 und Gutenbergstraße 107 in Stuttgart abgeschlossen und bald danach mit der Bebauung dieser Grundstücke begonnen werden. So konnten 1923 die ersten 50 Wohnungen der Genossenschaft an die Mieter übergeben werden.